DevOps

CALMS Framework

CALMS steht für Culture, Automation, Lean, Measurement und Sharing. Erfahre, wie das Framework deine DevOps-Transformation greifbar macht.

XALT-Favicon: weißes XALT-Logo auf schwarzem Hintergrund mit digitalen Lichteffekten.TEAM XALTAtlassian Platinum Partner·30.11.2021·7 min
CALMS Framework

CALMS ist ein Rahmenwerk, mit dem du bewerten kannst, wie gut dein Unternehmen DevOps-Prozesse übernehmen kann. Gleichzeitig kannst du damit den Erfolg einer DevOps-Transformation messen.

Zu den Zielen von DevOps gehören:

  • Eine offene Kultur etablieren, die alle Teams zusammenbringt.
  • Code-Tests automatisieren, Workflows automatisieren, Infrastruktur automatisieren – im Grunde alles automatisieren.

Fähigkeiten und Fortschritt im Hinblick auf DevOps bewerten

CALMS steht für Culture, Automation, Lean, Measurement und Sharing. Aber was bedeuten diese Schlagworte genau?

CALMS auf einen Blick

  • Culture (Kultur): Silos in der Organisation führen zu Blockaden im Unternehmen. Bevor diese Silos abgebaut werden können, braucht es eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung und Zusammenarbeit. Erst wenn alle Beteiligten am Produkt zusammenarbeiten, sind weitere Schritte sinnvoll.
  • Automation (Automatisierung): Hier sollten Teams, die DevOps einführen wollen, so viele manuelle Aufgaben wie möglich automatisieren – besonders bei Continuous Integration und Testautomatisierung.
  • Lean: Entwicklungsteams nutzen Lean-Prinzipien, um unnötigen Ressourcenverbrauch zu vermeiden und die Wertschöpfung zu optimieren: weniger parallele Arbeit (WIP), bessere Sichtbarkeit der Ergebnisse, weniger komplexe Übergaben und kürzere Wartezeiten.
  • Measurement (Messung): Die Organisation sammelt konsequent Daten über ihre Prozesse, Deployments und mehr, um den eigenen Stand zu verstehen und zu erkennen, wo Verbesserungen möglich sind.
  • Sharing (Teilen): Offenheit und Wissensaustausch innerhalb und zwischen Teams – mit den passenden Werkzeugen unterstützt – stellen sicher, dass alle auf dieselben Ziele hinarbeiten. Das reduziert Reibung bei Übergaben, wenn Probleme auftreten.

CALMS – Culture

DevOps ist nichts, was du einfach schnell einführst. Es ist eine Kultur, die deine gesamte IT betrifft. Jedes Team, vom Produktmanagement über die Entwicklung bis zum Betrieb – und auch die Art, wie du deine IT-Infrastruktur verwaltest.

DevOps verbindet unterschiedliche Abteilungen, um Austausch und Zusammenarbeit zu fördern. Automatisierung und Werkzeuge sind schön zu haben, aber ab einem bestimmten Punkt nutzlos, wenn IT und Betrieb nicht eng zusammenarbeiten.

DevOps löst hier keine Werkzeugprobleme, sondern Kommunikationsprobleme.

Sieh DevOps deshalb viel mehr als Weiterentwicklung deiner agilen Arbeitsweise. Das heißt: Alle Teams ziehen mit einem gemeinsamen Ziel an einem Strang.

Jede Person, die am Produkt beteiligt ist, muss dabei mitgenommen werden: Produktmanagement, Entwicklung, Betrieb, Qualitätsmanagement, Customer Success und alle weiteren Beteiligten.

Profi-Tipp:

Denk darüber nach, deine Teams neu zu organisieren. Weg von Funktionsteams (Entwicklung, Betrieb, Infrastruktur) hin zu Produktteams. Achte darauf, dass alle Beteiligten an einem Produkt reibungslos zusammenarbeiten können. So brichst du blockierende Silos auf.

Wichtig ist, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten und einen klaren Plan zu haben, wie du dorthin kommst.

Ein so radikaler Schritt zu rein produktbezogenen Teams ist nicht immer der richtige Weg und kann schnell neue Probleme schaffen. Denn du kannst nicht immer alle von Anfang an mitnehmen.

Kleine Schritte zu einer DevOps-Kultur

Damit DevOps gelingt und in deinen Teams ein Kulturwandel beginnt, kannst du mit diesen Praktiken starten:

  • Gemeinsames Sprint Planning: Lade als Entwicklungsteam auch den Betrieb zu deinen regelmäßigen Sprint-Plannings ein.
  • Führe tägliche Stand-ups mit allen Beteiligten durch.
  • Betriebsteams können Entwickler zu ihren Meetings einladen.
  • Produktmanager sitzen an der Schnittstelle zwischen (End-)Kunde und Entwicklung. Kommunikation nur von oben nach unten hilft hier aber wenig. Führe deshalb ein gemeinsames Meeting oder einen Kickoff ein, um alle Auswirkungen von Neuerungen, Updates und Ähnlichem zu klären.

Du siehst: Kommunikation ist in DevOps das A und O. Ohne gute Kommunikation sind die Ziele der einzelnen Abteilungen (oder Teams) und die Unternehmensziele schwer zu erreichen.

Unsere Best Practices für eine DevOps-Kultur

Bei XALT sind nicht nur Entwicklung und Betrieb Teil der DevOps-Kultur, sondern das ganze Unternehmen trägt diesen Wandel und lebt offene Kommunikation. Alle Teams und Funktionen sind Teil der Strategie.

Neben DevOps und Produktmanagement sind auch Vertrieb, Marketing und Beratung in die Kommunikation eingebunden.

So bringen wir sehr unterschiedliche Ansätze zusammen und arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin.

Wir erweitern den DevOps-Ansatz damit um die Flywheel-Methode.

Der Begriff DevOps ist für uns deshalb eigentlich zu eng. Die offene Kommunikationsstruktur erlaubt es uns, auf jeden Einfluss von außen zu reagieren und ihn gemeinsam zu lösen. Kundenzufriedenheit betrifft zum Beispiel nicht nur Vertrieb oder Customer Success, sondern das ganze Unternehmen. Und genau so reagieren wir darauf.

CALMS – Automation

Ein Grundgedanke von DevOps ist die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben und Prozesse in der Produktentwicklung. DevOps einzuführen heißt, alles zu automatisieren, um Ressourcen freizusetzen, die du an anderen wichtigen Stellen einsetzen kannst.

Profi-Tipp:

Du kannst mit der Automatisierung von Build, Test, Deployment und Bereitstellung beginnen. Das sind typische Einstiegspunkte für Teams am Anfang ihrer Automatisierungsreise. Denn überleg mal: Wie sonst schaffst du allen Beteiligten den Freiraum, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, von denen alle profitieren?

Aber wie fängst du am besten mit Automatisierung an? Wo erzeuge ich den größten Mehrwert für mein Team und mein Unternehmen?

Continuous Delivery

Mit Continuous Delivery stellst du sicher, dass nur Code live auf das Produktionssystem geht, der keine Fehler enthält und keine weiteren Fehler oder Probleme in der Software verursacht. Neuer Code wird dafür automatisch auf Fehler und Sicherheitslücken geprüft. Der größte Teil dieses Ansatzes wird von dedizierter Cloud-Infrastruktur getragen. Automatisierte Tests helfen Entwicklungs- und Betriebsteams außerdem, Ressourcen zu sparen.

Aber warum sind automatisierte Tests so wertvoll?

Computer analysieren neuen Code schneller, wirksamer und sicherer als jeder Mensch. Zusätzlich kannst du mehrere Tests parallel laufen lassen. So werden nicht nur Fehler, sondern auch Sicherheitsrisiken schneller erkannt. Und du kannst direkt reagieren und selbst entscheiden, wie du weiter vorgehst.

Ein weiterer großer Vorteil von Tests: Beim Release gibt es keine große Überraschung. Automatisierte Deployments weisen die IT außerdem auf Unterschiede zwischen den Umgebungen hin.

Configuration / Infrastructure as Code

Ein weiterer Einstieg in die Automatisierung ist „Configuration as Code“. Mit diesem Ansatz automatisierst du sozusagen die Konfiguration deiner Infrastruktur (in der Cloud).

So wie du als Entwickler Software in kleine Teile zerlegst, die alle redundant funktionieren und zusammen deine App bilden, kann auch deine Infrastruktur aufgebaut sein. Je nachdem, was du gerade brauchst, lässt sie sich mit einfachen Änderungen am Code (der Konfiguration) anpassen, hochfahren oder herunterfahren. So stellt dein Betriebsteam Infrastruktur nur bereit, wenn sie gebraucht wird – und in dem Umfang, in dem sie gebraucht wird.

Diese zwei Beispiele sind nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, was mit DevOps möglich ist. Der Gedanke lässt sich aber noch weiter treiben. Mit Blue-Green-Deployments kannst du zum Beispiel mehrere Instanzen desselben Systems parallel laufen lassen. Während eine für Nutzer erreichbar ist, dient die andere zum Testen neuer Funktionen, Updates oder Hotfixes. So läuft das Produktionssystem immer stabil, und Updates gehen erst live, wenn der neue Code fehlerfrei läuft.

Hier findest du mehr Informationen zu Blue-Green-Deployments und DevOps.

CALMS – Lean

Die DevOps-Kultur ist das Fundament, und genau dort kommt Lean ins Spiel. Lean befasst sich mit den Prinzipien agiler Lieferung. Es sorgt für schnelle Prozesse und reibungslose Abläufe und macht deine Cloud-DevOps-Organisation reaktionsfähig.

Die DevOps-Kultur hilft dir, überall Chancen für kontinuierliche Verbesserung zu erkennen. Manche liegen auf der Hand, etwa regelmäßige Retrospektiven, um die Prozesse deines Teams zu verbessern. Andere sind feiner, etwa A/B-Tests verschiedener Onboarding-Wege für neue Nutzer deines Produkts.

Du solltest davon ausgehen, dass früher oder später Fehler passieren. Arbeite deshalb darauf hin, diese Fehler schnell zu finden, noch schneller zu beheben und in einer Retrospektive daraus zu lernen.

Das Zauberwort heißt: kontinuierliche Verbesserung. Denn nur wenn du aus diesen Fehlern lernst, kannst du deine Prozesse und dein Vorgehen verbessern.

CALMS – Measurement

Jetzt hast du drei Teile des CALMS-Rahmenwerks verinnerlicht und im Einsatz. Zeit für den nächsten Schritt: Sammle alle relevanten Daten.

Ohne Daten wirst du mögliche Fehler, Probleme oder Blockaden kaum erkennen.

Zum Glück gibt es viele Werkzeuge und Technologien, mit denen du die Leistung deiner Teams und Prozesse messen kannst.

Zum Beispiel: Wie oft nutzen deine Anwender das Produkt, oder wie häufig treten kritische Systemfehler auf? Das ist aber nicht alles. Du kannst fast jede Frage stellen und daraus wertvolle Daten gewinnen. Am besten baust du die Datenerhebung vom ersten Tag an in deine Automatisierungs-Pipeline ein – so ist die Leistung dauerhaft messbar.

Damit du eine erste Vorstellung bekommst, welche Daten du erheben kannst, hier einige Beispiele.

Fragen für die Datenerhebung:

  1. Wie lange dauert es von der Entwicklung bis zum Deployment?
  2. Wie häufig treten Bugs oder Fehler in der Software auf?
  3. Wie hoch ist die MTTR (Mean Time to Recovery) bei kritischen Systemfehlern?
  4. Wie viele aktive Nutzer verwenden das System?
  5. Wie viele Nutzer melden Bugs oder Fehler?
  6. Wie häufig fällt das System aus?
  7. Wie oft werden Updates und Ähnliches veröffentlicht?

Am Ende gilt: Je belastbarer die Daten, die du sammelst, desto leichter fällt dir und deinem Team die Verbesserung. Neben den Fragen oben kannst du auch die Zufriedenheit deiner Nutzer bestimmen. Dabei helfen dir SLAs (Service Level Agreements).

Profi-Tipp:

Melde dich regelmäßig bei deinen Nutzern und frage aktiv nach Problemen und Verbesserungswünschen. Das hilft dir, die Produkt-Roadmap zu planen und Aufgaben zu priorisieren.

Beispiel für Produktverbesserung und Datenerhebung:

Immer mehr Nutzer meiden deine Software und kündigen ihr Monatsabo oder die Premium-Version. Die Abwanderungsrate steigt und steigt. Die Frage, die du dir dann stellst: „Aus welchem Grund verlieren wir Nutzer?“ Fehlen Funktionen? Zu viele Bugs? Zu viele technische Schulden? Finde also erst den genauen Grund heraus. Und leite dann die nötigen Schritte ein.

CALMS – Sharing

Informationen zu teilen hängt eng mit dem Kultur-Teil des CALMS-Rahmenwerks zusammen. Im DevOps-Kontext bedeutet Teilen aber auch eine Kultur der Offenheit und des Vertrauens. Vor allem geht es darum, alle Informationen und Best Practices zu teilen und für jeden Beteiligten verfügbar zu machen. Das baut die Silos in deinem Unternehmen nachhaltig ab.

Erfahre mehr über Wissensmanagement im Unternehmen in unserem Webinar.

Kultur und der Austausch von Informationen sind einer der wichtigsten Teile der gesamten DevOps-Methodik und die Grundlage für strukturellen Wandel in deiner Organisation. Silos zwischen Abteilungen und fehlende Informationen für Beteiligte führen am Ende zu Frust und zu weiterer Entfremdung im Unternehmen. Im schlimmsten Fall wirkt sich das negativ auf die Unternehmensziele aus.

Ein paar harte Zahlen zu DevOps – und warum moderne IT-Organisationen darauf setzen

  • 60 % der Entwickler veröffentlichen ihren Code dank DevOps zweimal so schnell wie vorher – ein Plus von 25 % gegenüber 2021.
  • 72 % der Sicherheitsfachleute bewerten die Sicherheitsarbeit ihres Unternehmens als „gut“ oder „stark“ – ein Plus von 13 % gegenüber 2021.
  • 56 % der Mitglieder von Betriebsteams sagen, sie arbeiten „vollständig“ oder überwiegend automatisiert – ein Plus von 10 % gegenüber 2021.
  • Knapp 25 % der Befragten haben ihre Tests vollständig automatisiert – ein Plus von 13 % gegenüber 2021.
  • 75 % der Teams nutzen KI/ML oder Bots für Tests und Code-Reviews oder planen das – ein Plus von 41 % gegenüber 2021.

Quelle: Gitlab DevOps Report 2021

Du möchtest mehr über DevOps erfahren, deine DevOps-Arbeit auf das nächste Level bringen oder noch mehr automatisieren? Dann melde dich bei uns – wir zeigen dir, wie wir dein Unternehmen auf dem Weg zu einer echten cloudbasierten DevOps-Kultur unterstützen.

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